Billboard-Effekt
Was ist Billboard-Effekt? Definition
Der Billboard-Effekt beschreibt das Phänomen, dass die Präsenz eines Hotels auf Buchungsplattformen wie Booking.com oder Expedia dazu führt, dass potenzielle Gäste die Hotel-Website aufsuchen und dort direkt buchen – obwohl sie ursprünglich auf der Plattform gesucht haben.
Bedeutung im Hotelmarketing
Für Hotels ist der Billboard-Effekt besonders wertvoll: Er zeigt, dass Sichtbarkeit auf OTA-Plattformen (Online Travel Agencies) nicht nur zu Buchungen über diese Kanäle führt, sondern auch direkte Buchungen auf der eigenen Website fördern kann. Gäste vergleichen zunehmend, bevor sie buchen. Ist Ihr Hotel auf Booking.com sichtbar, suchen viele gezielt nach Ihrer Website, um dort eventuell günstigere Preise oder bessere Stornobedingungen zu finden. So profitieren Sie von der Reichweite der OTAs – ohne deren Provision zahlen zu müssen. Voraussetzung: Ihre Website muss professionell, vertrauenswürdig und buchungsfähig sein.
Praxis-Tipp
Nutzen Sie Ihre Sichtbarkeit auf OTAs bewusst: Achten Sie auf ein einheitliches Branding (Bilder, Logo, Hotelname), damit Gäste Sie wiedererkennen, wenn sie Ihre Website aufrufen – und diese dort bestenfalls direkt buchen.
Verwandte Begriffe
- OTA (Online Travel Agency)
- Direktbuchung
- Conversion Rate
- Distributionsstrategie
- Channel Manager
- Mehr Informationen zu Billboard-Effekt
Herkunft
Der Begriff „Billboard-Effekt“ wurde erstmals 2009 durch eine Studie der Cornell University geprägt. Die Forscher verglichen Buchungszahlen von Hotels mit und ohne Präsenz auf Buchungsportalen – und stellten eine klare Steigerung der Direktbuchungen bei sichtbaren Hotels fest. Die Metapher „Billboard“ spielt darauf an, dass ein Hotel auf einer Plattform wie auf einer großen Werbetafel sichtbar wird – mit positiven Nebeneffekten.
Einsatzbereiche
- OTA-Strategie: Hotels nutzen OTAs bewusst als „Marketingbooster“, nicht nur als Vertriebskanal.
- Webanalyse: Viele Hotels sehen in Google Analytics steigende Zugriffe aus organischer oder direkter Suche, sobald sie bei Booking & Co. gelistet sind.
- Preisstrategie: Einige Hotels locken mit exklusiven Vorteilen bei Direktbuchung (z. B. gratis Frühstück, Late-Checkout).
Fehler vermeiden
- Unprofessionelle Website: Wenn Ihre Website technisch veraltet oder optisch schwach ist, verpufft der Billboard-Effekt.
- Kein Buchungstool: Gäste, die Ihre Website besuchen, erwarten eine direkte Buchungsmöglichkeit – am besten mobil optimiert.
- Preisparität: Bieten Sie zumindest gleiche oder leicht bessere Konditionen als auf den OTAs, sonst buchen Gäste dort.
Tools & Beispiele
- Tools: Lodgify, Smoobu, SiteMinder – bieten Buchungswidgets und Channel-Management
- Beispiel 1: Ein Familienhotel verzeichnet nach dem Start auf Booking.com 40 % mehr Website-Besucher – mit einer Conversion-Rate von 5 %
- Beispiel 2: Ein Boutique-Hotel nutzt Google Ads mit dem Keyword „Hotelname + Ort“, um Gäste gezielt nach dem OTA-Kontakt zur Direktbuchung zu führen
FAQ
Wie messe ich den Billboard-Effekt?
Vergleichen Sie Zugriffe und Direktbuchungen vor und nach der Listung bei OTAs – ideal mit Google Analytics oder Matomo.Funktioniert der Effekt bei allen Hotels?
Er ist besonders stark bei individuellen Hotels mit wiedererkennbarem Namen, guter Website und klarer Positionierung.Sollte ich trotzdem auf OTAs verzichten?
Nein – die clevere Kombination aus OTA-Präsenz und starker Website bringt die besten Ergebnisse.
